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Der erste Zahnarztbesuch Ihres Kindes: wann und wie vorbereiten

Wann der erste Termin sein sollte, wie Sie zu Hause vorbereiten und welche Sätze besser ungesagt bleiben.

Dt. Şahabettin Tuna2 Min. Lesezeit

Zahnarztangst beginnt meist in der Kindheit — mit einer einzigen schlechten Erfahrung. Ob es dazu kommt, hängt wesentlich davon ab, wann und wie der erste Termin gestaltet wird.

Wann?

Innerhalb von sechs Monaten nach dem ersten Zahn, spätestens zum ersten Geburtstag. Das klingt früh; der Zweck ist Kennenlernen, nicht Behandlung.

Bei diesem Termin sieht das Kind den Stuhl, hält den Spiegel und spricht mit dem Zahnarzt. Die Zähne werden gezählt, die Familie erhält Hinweise zu Putzen und Ernährung. Meist geschieht gar nichts — und genau das ist der Gewinn.

Findet die erste Begegnung während eines schmerzhaften Notfalls statt, setzt sich die Angst an diesem Tag fest und bleibt oft bis ins Erwachsenenalter.

Vor dem Termin, zu Hause

Besser ungesagt: "hab keine Angst", "das tut nicht weh", "die machen keine Spritze". Jeder dieser Sätze pflanzt eine Bedrohung ein, an die das Kind nicht gedacht hatte. "Das tut nicht weh" lässt sich zudem nicht immer halten — und ein einmal gebrochenes Versprechen beschädigt Vertrauen nachhaltig.

Besser: "sie zählen deine Zähne", "sie schauen mit einem Spiegel", "der Stuhl fährt hoch und runter".

Erzählen Sie Ihre eigene Zahnarztangst nicht vor dem Kind. Kinder lernen Angst am Tonfall, nicht an Worten.

Terminwahl

Wählen Sie den Vormittag. Mit einem müden Kind ist Zusammenarbeit deutlich schwerer als mit einem ausgeruhten. Auch eine schwere Mahlzeit unmittelbar davor hilft nicht.

Wie wir in der Praxis arbeiten

Wir arbeiten nach erzählen–zeigen–tun: Jedes Instrument wird erklärt, dann an Hand oder Fingernagel des Kindes ausprobiert und erst dann im Mund verwendet. Kein Zwang, kein Festhalten, keine Täuschung. Manche Kinder setzen sich beim ersten Mal nicht in den Stuhl — das ist kein Misserfolg. Ein Kind, das beim zweiten Termin sitzt, ist ein besserer Patient als eines, das beim ersten gezwungen wurde.

Fallen Milchzähne "sowieso aus"?

Nein. Neben Kauen und Sprechen halten Milchzähne den Platz für die bleibenden Zähne. Geht ein Milchmolar früh verloren, wandert der hintere Zahn nach vorn und der bleibende findet keinen Platz — Engstand ist die Folge.

Tiefe Karies an einem Milchzahn kann zudem den darunter liegenden Zahnkeim beeinträchtigen — und bereitet dem Kind zwischenzeitlich echte Schmerzen.

Pflege zu Hause

  • Bis etwa zum siebten oder achten Lebensjahr sollten Eltern abends nachputzen.
  • Altersgerechte Fluoridzahnpasta in Erbsengröße.
  • Nachts keine Milch oder Saft aus der Flasche.
  • Die Häufigkeit von Zucker zählt so viel wie die Menge: Naschen über den Tag schadet mehr als ein Dessert auf einmal.
  • Kontrolle alle sechs Monate.
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Erst untersuchen, dann entscheiden

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