Zähneputzen und Zwischenraumreinigung: ein kurzer Leitfaden
Von der Bürstenwahl bis zur Technik, von Zahnseide bis Interdentalbürste — warum das, was zu Hause geschieht, mehr zählt als das, was wir in der Praxis tun.
Keine Behandlung in der Praxis ersetzt die tägliche Reinigung zu Hause. Das ist keine Höflichkeitsfloskel: Die tägliche Routine ist der entscheidende Faktor für den Verlauf von Parodontitis und Karies.
Die Bürste
Weiche Borsten. Eine harte Bürste reinigt nicht besser; sie verursacht Zahnfleischrückgang und Abrieb an der Wurzeloberfläche. Für die im Handel angebotenen "harten" Bürsten gibt es keine fachliche Begründung.
Kleiner Kopf. Nötig, um die Rückfläche der letzten Molaren zu erreichen.
Elektrisch oder von Hand? Mit korrekter Technik genügt beides. Der Vorteil elektrischer Bürsten: Sie übernehmen einen Teil der Technik, und die meisten Modelle messen zwei Minuten. Andruckkontrollen machen für Menschen, die zu stark drücken, einen echten Unterschied.
Wechseln Sie die Bürste alle drei Monate oder früher, wenn sich die Borsten spreizen. Gespreizte Borsten reinigen nicht.
Technik
Setzen Sie die Bürste im 45-Grad-Winkel an den Zahnfleischsaum. Ziel ist nicht nur die Zahnfläche, sondern der Sulkus zwischen Zahn und Zahnfleisch.
Arbeiten Sie mit kleinen kreisenden oder rüttelnden Bewegungen und bleiben Sie einige Sekunden pro Bereich. Lange, kräftige Horizontalbewegungen ("Schrubben") schädigen Schmelz und Zahnfleisch.
Teilen Sie den Mund in vier Quadranten und geben Sie jedem 30 Sekunden: zusammen zwei Minuten. Die meisten meinen, nach 45 Sekunden fertig zu sein — stoppen Sie die Zeit einmal mit dem Handy.
Putzen Sie auch den Zungenrücken; er ist eine wesentliche Quelle von Mundgeruch.
Zwischenräume: hier entsteht der Unterschied
Eine Zahnbürste erreicht nur rund 60 % des Zahns. Die übrigen 40 % sind die Kontaktflächen zwischen zwei Zähnen — und genau dort beginnen Karies und Zahnfleischentzündung am häufigsten.
Zahnseide eignet sich für enge Kontakte ohne Lücke. Führen Sie sie sanft ein, legen Sie sie C-förmig um eine Zahnfläche, bewegen Sie sie auf und ab und wiederholen Sie am Nachbarzahn.
Interdentalbürsten sind wirksamer als Zahnseide, wo das Zahnfleisch zurückgegangen ist oder ein Zwischenraum besteht. Die Größe zählt; Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt kann sie ausmessen.
Eine Munddusche ist eine gute Ergänzung, ersetzt aber weder Zahnseide noch Interdentalbürste: Wasser löst den haftenden Biofilm an der Kontaktfläche nicht mechanisch ab.
Einmal täglich, am besten abends, genügt.
Spielt die Reihenfolge eine Rolle?
Erst die Zwischenräume, dann putzen: Ist die Plaque dort entfernt, erreicht die Fluoridzahnpasta diese Flächen besser.
Zahnpasta und Mundspülung
Verwenden Sie Fluoridzahnpasta; Fluorid erhöht die Säureresistenz des Schmelzes. Kräftiges Nachspülen mit Wasser spült auch das Fluorid weg — ausspucken genügt.
Mundspülung ersetzt das Putzen nicht. Antiseptische Spülungen gehören auf zahnärztliche Empfehlung und für begrenzte Zeit angewendet; Dauergebrauch kann Mundflora und Geschmacksempfinden beeinflussen.
Ernährung: Häufigkeit vor Menge
Nach jedem Zuckerkontakt steigt die Säure im Mund, und der Schmelz bleibt etwa 20 bis 30 Minuten angreifbar. Fünfmal über den Tag zu naschen schadet weit mehr, als dieselbe Menge auf einmal zu essen.
Putzen Sie nicht direkt nach säurehaltigen Getränken; Sie würden aufgeweichten Schmelz abtragen. Mit Wasser spülen und 30 Minuten warten.